Archiv - Restaurierungen

2005 - Schädlingsbekämpfung an Reisekutschen

Merkwürdig sieht der Aufbau aus, der vom 9. bis 17. Mai 2005 auf dem Burghof steht. Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein modernes Kunstwerk aussieht, ist in Wirklichkeit eine Klimakammer. In dieser Kammer werden unter anderem zwei kostbare Reisekutschen aus dem 18. Jahrhundert und ein Pferdeschlitten gegen Schädlingsbefall behandelt.

Reisekutschen waren früher neben reinen Fortbewegungsmitteln auch stets kostspielige Prestigeobjekte. Sie sind daher wertvoll ausgestattet und tragen die Familienwappen ihrer ehemaligen Besitzer (hier das Wappen der Fürsten zu Wittgenstein) deutlich zur Schau.

Unter den Sitzkissen einer dieser Kutschen lagen bei Ankauf alte Zeitungen russischer Herkunft, was den Wissenschaftlern bis heute Rätsel aufgibt. Bei welcher Gelegenheit können diese Zeitungen in die Kutsche gelangt sein? Hat sie eventuell der jungen Katharina, der späteren Zarin Russlands, als Reisekutsche gedient?

Leider ist auch diese legendenumwobene Kutsche nicht vom Zahn der Zeit verschont geblieben. Schädlinge haben das Holz und die kostbaren Textilien befallen. Schon seit einiger Zeit setzen Holzwürmer, Motten und Schimmel den wertvollen Exponaten zu.

Die Schäden, die die Parasiten angerichtet haben, sind enorm. Große Löcher sind in die einstmals edle Stoffauskleidung der Reisekutschen gefressen, weißer Schimmelbelag ist überall zu sehen. Nun geht es den gefräßigen Parasiten an den Kragen.

Die Märkische Kulturstiftung Burg Altena bemüht sich schon seit über zwei Jahren um die Sanierung der wertvollen Objekte, doch die Restaurierungskosten von circa 160.000 € übersteigen die vorhandenen Mittel. Ein erster Schritt zur Rettung der Exponate ist allerdings jetzt getan: damit die Schädigung an den mitgenommenen Museumsstücken nicht noch mehr voranschreitet, hat die Stiftung die Bekämpfung der aktiven Schädlinge in Auftrag gegeben.

Rechtzeitig vor der diesjährigen Schlupfzeit werden die Kutschen und weitere betroffene Kunstwerke in der Klimakammer vorsichtig erhitzt, um die Larven abzutöten.

Damit das empfindliche Holz nicht springt, muss der Temperaturanstieg ganz langsam und unter konstanter Luftfeuchtigkeit erfolgen. Klimagesteuerte thermische Schädlingsbekämpfung ist der Fachausdruck für dieses langwierige Verfahren. Vier bis fünf Stunden lang muss das Holz auf einer Temperatur von 55°C gehalten werden, um die Vernichtung aller Schädlinge zu bewirken. Danach wird die Temperatur vorsichtig und langsam wieder abgesenkt. Die Behandlung wird insgesamt acht Tage dauern.

Die Kosten von circa 9.000 € finanziert die Stiftung mithilfe von Spendengeldern, auf die sie bei all ihren Projekten angewiesen ist.

2002 - Restaurierung der Wandmalereien im Festsaal

Seit über 25 Jahren bemühten sich Museumsleiter, Restauratoren und Kulturpolitiker um die dringend notwendige Restaurierung des Festsaales der Burg Altena. Der Bilderzyklus mit Szenen aus dem Alltag und höfischen Leben des Mittelalters, der die Wände des großen Festsaales schmückt, war seit vielen Jahren sanierungsbedürftig. Doch stets fehlte das notwendige Geld.

Die Märkische Kulturstiftung Burg Altena finanzierte im Sommer 2002 die gesamte Restaurierung der Wandmalereien. Sie wurden gereinigt und an Fehlstellen ergänzt, störende Wandleuchter wurden entfernt, und eine neue Beleuchtung konnte installiert werden.

2002 - Neue Außenbeleuchtung der Burg

Imposant thront die Burg Altena hoch über der Lenne. Doch in der Nacht bot sich bis November 2002 ein sehr viel weniger eindrucksvolles Bild: sieben Scheinwerfer ermöglichten nur eine schlaglichtartige Beleuchtung einiger weniger Burgpartien. Farb- und andere Beleuchtungsvariationen waren nicht möglich.

Damit auch bei Dunkelheit die Burg in ihrer Gesamtheit zur Geltung kommt, investierte die Märkische Kulturstiftung Burg Altena pünktlich zur dunklen Jahreszeit in ein neues Außenbeleuchtungskonzept. Nun lassen über 100 Strahler das Bauwerk in orange-weißem Licht erstrahlen. Ein besonderes Highlight ist die „Panoramabeleuchtung“, die am Wochenende zu sehen ist. Ein 20minütiges farbiges Lichtspiel erleuchtet die Burg in schrittweise und lenkt den Blick so auf viele Details.

Durch die gelbrote Farbgebung des Lichtes liegt die Assoziation mit einem Feuer nahe, dass sich langsam auf der Burg ausbreitet. Begleitet wird das Lichtspiel von einer Tonshow: Die Burg Altena wird von Feinden angegriffen und teilweise in Brand gesteckt, doch die Altenaer drängen die Angreifer schließlich siegreich zurück und die Flammen erlöschen.

2000 - Sanierung des Burghofpflasters am Friedrichstor

Insgesamt 1.750 qm Natursteinpflaster ziehen sich vom oberen Burghof bis zum Friedrichstor der Burg Altena. Regen und das Gewicht zahlreicher Fahrzeuge hatten vor allem im Bereich des Friedrichstores deutliche Spuren in der Pflasterung hinterlassen. Der Boden wies tiefe Spurrillen auf, teilweise waren die Steine komplett ausgebrochen. Noch verstärkt durch die starke Steigung des Geländes stellte dieser Zustand ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Besucher dar.

Die Kulturstiftung sorgte in dem am stärksten beschädigten Bereich rund um das Friedrichstor für eine Sanierung des Pflasters. Circa 80 qm des Kopfsteinpflasters konnten im Sommer 2000 aus ihrem Sandbett gelöst und neu verlegt werden.

2000 - Neues Farbkonzept der Museen Burg Altena

Im Jahr 2000 wurde mit dem Museumskonzept „Burg 2000“ aus vielen unterschiedlichen Sammlermuseen eine spannende und moderne Ausstellungskonzeption, die eine Zeitreise durch die Geschichte des Märkischen Sauerlandes von seinen geologischen Ursprüngen bis zum heutigen Tag bietet. Zu dem Ausstellungskonzept gehört auch eine neue Farbgestaltung der Museumsräume.

Verwendet wurden hochwertige Kaseinfarben, die auf jeden Raum inhaltlich abgestimmt wurden und häufig das jeweilige Raumthema symbolisch widerspiegeln. Die purpurrote Grundfarbe des Raumes „Schachbalken und Adler“ spielt beispielsweise auf die Herrscher an, die hier auf Ölgemälden zu sehen sind. Schon seit der Antike war ja Purpur den höchsten Adligen oder dem Kaiser vorbehalten. Blutrot leuchtet der Raum „Waffengang und Pulverrauch“, die „Waffenkammer“ der Burg, in hellem Grün dagegen die Wände des Raumes „Jagd als Privileg“. Jeder Raum erhält durch die Farbgebung seinen ganz eigenen Charakter.

Die Märkische Kulturstiftung Burg Altena übernahm die Finanzierung dieser neuen Farbgestaltung, die einen wesentlichen Anteil an der eindrucksvollen Gesamtwirkung der Museumsräume hat.